Dodd-Frank Act über Konfliktmineralien

Hintergrund

Im August 2012 hat die US-Börsenaufsichtsbehörde United States Securities and Exchange Commission (SEC) die Final Rule über die Beschaffung von Konfliktmineralien, wie im Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act, Section 1502 festgelegt, bestätigt. Diese Regelung ist für alle US-börsennotierten Unternehmen gültig und verpflichtet diese dazu, jährlich der SEC gegenüber offenzulegen, inwieweit sie Konfliktmineralien aus der Demokratischen Republik Kongo (DRK) verwenden.
Der US-Kongress hat den Dodd-Frank Act verabschiedet, weil es Bedenken gibt, dass mit der Gewinnung und dem Handel von Mineralien aus der DRK und aus angrenzenden Ländern bewaffnete Gruppen finanziert werden und so der anhaltende Konflikt in der Region geschürt wird. Es ist bekannt, dass bewaffnete Gruppen um die Kontrolle über die Minen kämpfen und Zwangsarbeit nutzen, um Mineralien abzubauen und abzutransportieren. Die Erlöse aus diesen illegalen Aktivitäten finanzieren die Konflikte in der Region der DRK und tragen zu einer humanitären Krise bei.

Die unter die SEC Final Rule fallenden Konfliktmineralien sind Zinn, Tantal, Wolfram und Gold (3TG – nach den englischen Bezeichnungen Tin, Tantalum, Tungsten, Gold) sowohl in Form von Erz als auch in verarbeiteter Form. Zu den betroffenen Ländern zählen die Demokratische Republik Kongo (DRK), die Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik (ZAR), der Südsudan, Ruanda, Uganda, Sambia, Angola, Burundi und Tansania. 

Zwar gilt der Dodd-Frank Act nur für an US-Börsen notierte Unternehmen, jedoch werden deren Lieferanten über vertragliche Verpflichtungen ebenfalls herangezogen, um die Einhaltung des Gesetzes sicherzustellen. 

Was wird von US-börsennotierten Unternehmen verlangt? 

US-börsennotierte Unternehmen, die 3TG-Materialien in ihren Produkten verwenden, müssen eine angemessene Überprüfung der Herkunft der Rohstoffe, die sogenannte „Reasonable Country of Origin Inquiry (RCOI)“, durchführen. Diese Überprüfung ist in gutem Glauben durchzuführen und muss so gestaltet sein, dass festgestellt werden kann, ob Konfliktmineralien aus diesen Ländern stammen oder aus Schrott oder Recyclingquellen gewonnen wurden. US-börsennotierte Unternehmen müssen der SEC jährlich den sogenannten Conflict Minerals Report (Konfliktmineralienbericht) vorlegen.
US-börsennotierte Unternehmen müssen eine Due-Diligene-Prüfung der Quelle und der Lieferkette der von ihnen verwendeten Konfliktmineralien durchführen, wenn es Grund zur Annahme gibt, dass die Mineralien aus diesen Ländern und nicht aus Schrott oder Recyclingquellen stammen.

Die SEC klassifiziert die Produkte von US-börsennotierten Unternehmen als „DRC Conflict Free“ (DRK-konfliktfrei), „Not DRC Conflict Free“ (nicht DRK-konfliktfrei), „DRC Conflict Undeterminable“ (DRK-Konfliktstatus unbestimmbar) oder „Recycled, or Scrap Due Diligence“ (Recycelt oder Schrott nach Due-Diligence-Prüfung). US-börsennotierte Unternehmen haben ihren ersten Conflict Minerals Report am 31. Mai 2014 (für das Kalenderjahr 2013) bei der SEC eingereicht und müssen diesen Bericht seither jährlich vorlegen. 

Welche Auswirkungen hat dies auf die Lieferkette von US-börsennotierten Unternehmen?

US-börsennotierte Unternehmen müssen den Gehalt an Konfliktmaterialien in ihren Produkten und deren Herkunft vollständig offenlegen und verlangen deshalb von ihren Lieferanten, den Gehalt an Konfliktmaterialien und deren Herkunft zu erklären beziehungsweise gegebenenfalls zu erklären, dass alle an den Kunden gelieferten Produkte „DRC Conflict Free“ (DRK-konfliktfrei) sind. 

Obwohl der Dodd-Frank Act nur für US-börsennotierte Unternehmen gilt, wird von den Lieferanten von US-börsennotierten Unternehmen verlangt, die RCOI und die Due-Diligence-Prüfung zu Konfliktmineralien durchzuführen. 

LINAK Aktivitäten mit Bezug zu Konfliktmineralien

LINAK arbeitet aktiv daran, die Herkunft von 3TG-Mineralien in unseren Produkten vollständig offenzulegen. Wegen der Größe und Komplexität unserer globalen Lieferkette wird es jedoch noch einige Zeit dauern, bis wir unseren US-Kunden alle Informationen in vollem Umfang vorlegen können, die sie benötigen, um ihren Offenlegungspflichten nachzukommen.

LINAK hat die folgenden Maßnahmen ergriffen:

  • Wir haben eine Richtlinie erstellt, in der unsere Grundsätze und unsere Selbstverpflichtung zur konfliktfreien Beschaffung beschrieben sind.
  • Wir verfügen über einen Prozess für die Reasonable Country of Origin Inquiry (RCOI), um Tantal, Zinn, Tungsten und Gold (3TG) in unserer Lieferkette auszumachen und in zumutbarem Umfang das Herkunftsland dieser Metalle festzustellen. Ziel dieses Prozesses ist es, die Schmelzhütten in unserer Lieferkette zu identifizieren, um eine Due-Diligence-Prüfung durchführen und somit DRK-konfliktfreie Beschaffung ermöglichen zu können.
  • Wir haben die Grundsätze dieser Richtlinie in unsere Einkaufsbedingungen übernommen und arbeiten mit unseren Lieferanten zusammen, um die Transparenz unserer Lieferkette zu verbessern. Wir kommunizieren unseren Lieferanten unsere Richtlinie und unterstützten relevante Brancheninitiativen, um zu vermeiden, dass Konfliktmineralien möglicherweise in unsere Produkte gelangen könnten. 

LINAK unterstützt die betreffenden internationalen Datenbanksysteme, einschließlich der Verwendung des Conflict Minerals Reporting Template (CMRT, Vorlage für den Konfliktmineralien-Bericht). LINAK nutzt die iPoint Conflict Minerals Platform (iPCMP-ID-Nr. 5562) und wir fordern alle betroffenen Kunden und Lieferanten dazu auf, es uns gleich zu tun und die Effizienz des gesamten Berichtsprozesses zu verbessern.

Klicken Sie hier, um die LINAK Richtlinie zu Konfliktmineralien zu lesen

Kunden, die von LINAK Informationen über Konfliktmineralien benötigen, können sich gerne unter conflictminerals@linak.com an das Conflict Minerals Compliance Team wenden.

Anforderung an Lieferanten

LINAK verlangt von Lieferanten, die Komponenten oder Materialien liefern, welche 3TG-Mineralien enthalten, sich aktiv um eine DRK-konfliktfreie Beschaffung zu bemühen. Die Lieferanten von LINAK müssen eigene RCOI- und Due-Diligence-Prüfungen durchführen, um eine rechtmäßige, zuverlässige DRK-konfliktfreie Beschaffung zu ermöglichen. Wir erwarten von unseren Lieferanten, dass sie mit ihren eigenen Lieferanten auf die gleiche Art und Weise zusammenarbeiten, um die Rückverfolgbarkeit von Konfliktmineralien zur ursprünglichen Schmelzhütte sicherzustellen. 

Wir rufen alle Lieferanten dazu auf, sich ein Benutzerkonto im iPoint-System zu erstellen. Falls dies nicht möglich ist, verlangt LINAK CMRT-Berichte, die direkt an das Conflict Minerals Compliance Team unter conflictminerals@linak.com zu senden sind.